Leadership als Erfolgsfaktor für Transformationen: Mythos oder Wahrheit?
- Bernhard Nitz

- 2. Okt. 2025
- 3 Min. Lesezeit

Leadership ist in aller Munde und wird häufig als Allheilmittel für Transformationen angepriesen. Doch ist das wirklich so? Der Artikel beleuchtet Mythen, fachlich fundierte Wahrheiten (bis neuere Erkenntnisse vorliegen) und Wechselwirkungen.
Leadership. Kulturwandel. Strategie. Ganzheitliche Transformation.
Diese vier Dimensionen bilden das Fundament erfolgreicher Transformationen – und stehen im Zentrum der Positionierung von transformind. Doch wie entscheidend ist Leadership wirklich?
Mythos: Leadership als Allheilmittel für Transformationen
Eine Untersuchung von Bain & Company (2024, über 400 Führungskräfte) zeigt, dass nur rund zwölf Prozent der Transformationen ihre ursprüngliche Ambition erreichen. Als stärksten Erfolgsprädiktor nennt die Studie nicht die Strategie, sondern wie gut ein Unternehmen die richtigen Menschen für die wenigen kritischen Rollen gewinnt und hält, und sie warnt ausdrücklich davor, die Leistungsträger zu überlasten. Bemerkenswert finde ich, dass laut Bain über 90 Prozent des Werts einer Transformation in weniger als fünf Prozent der Rollen entstehen. Auch ich habe in meinem letzten Blogpost "Transformation beginnt an Spitze..." darüber geschrieben. John Kotter hat gezeigt, dass Wandel ohne ein spürbares Gefühl der Dringlichkeit und ohne eine tragende Führungskoalition regelmässig stecken bleibt. Peter Senge ergänzt diese Linie um die geteilte Vision: Veränderung wird erst getragen, wenn sie nicht nur angeordnet, sondern gemeinsam gewollt ist. Dies erlebe ich auch im Beratungsalltag, sobald eine Transformationen Orientierung, Rückhalt und auch Dringlichkeit von der Unternehmensleitung erfährt, hat sie eine deutlich höhere Chance auf Erfolg.
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Wahrheit: Leadership ist wichtig – aber nicht allein
Eine Transformation ist weitaus mehr als ein Projekt, das einfach umgesetzt oder geliefert werden muss. Eine Transformation ist eine tiefgreifende Veränderung von abteilungsübergreifenden Geschäftsprozessen, Geschäftsmodellen und/oder der Kultur von Führung und Zusammenarbeit - auch mit Kunden oder Lieferanten. D.h. das gute alte Sprichwort "Wasch mich aber mach mich nicht nass" gilt auch hier. Ein Unternehmen kann nicht nachhaltig transformieren ohne auch die Unternehmenskultur auf den Prüfstand zu stellen, denn diese muss letztendlich für den Unternehmenszweck dienlich sein.
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Wechselwirkungen: Führung, Kultur und Struktur
Leadership wirkt nicht isoliert und entfaltet seine Kraft erst im Zusammenspiel mit Zusammenarbeit, Kultur, Strategie und dem Willen gemeinsam für die Organisation ein Ziel zu erreichen. Ich erlebe dieses Zusammenspiel häufig als eine Art Wipp-Bewegung zwischen den unterschiedlichen Dimensionen. Wenn man eine verändert, merkt man schnell, dass man an einer anderen Stelle nachjustieren muss (oder es geschieht von selbst), weil entweder die Motivation sinkt, Widerstand oder Konflikte entstehen oder Reibungsverluste bei Inhaltlichen Diskussionen aufgrund fehlender strategischer Klarheit entstehen.
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Fazit: Leadership als Teil eines größeren Ganzen
Leadership ist ein zentraler Hebel – aber alleine nicht ausreichend. Transformationen und übrigens auch Führung gelingen dann, wenn Führungskräfte Räume schaffen, in denen andere mitgestalten und wachsen können.
Wenn Sie das aus eigener Erfahrung kennen: Ein Sparring kann helfen, den Engpass in zwei Gesprächen zu benennen. Kein Prozess, keine Agenda. Sie bringen die Situation, ich bringe den Blick von aussen.
Bernhard Nitz ist Inhaber von transformind GmbH und Gesellschafter bei Königswieser & Network. Er begleitet Führungsteams in Konzernen und KMU im ganzen DACH-Raum, wenn Veränderungen an ihrer eigenen Komplexität zu scheitern drohen.


