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Die Auswirkungen des Mindsets auf die Strategieentwicklung

Aktualisiert: 16. Feb.

In der heutigen dynamischen Geschäftswelt ist das Mindset von Führungskräften der Schlüssel zum Erfolg. Stellen Sie sich vor, Sie könnten die Art und Weise, wie Ihr Unternehmen Strategien entwickelt und umsetzt, revolutionieren.

Bildquelle: Adobe Stock
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Die Macht des Mindset

Die Denkweise oder das etablierte Set von Einstellungen, welches jemand hat, beeinflusst erheblich, wie Führungskräfte Herausforderungen und Chancen wahrnehmen. Eine Wachstumsmentalität, die durch den Glauben gekennzeichnet ist, dass Fähigkeiten und Intelligenz entwickelt werden können, fördert Innovation und Anpassungsfähigkeit. Im Gegensatz dazu kann eine feste Denkweise, die davon ausgeht, dass Fähigkeiten statisch sind, das strategische Denken behindern und das Wachstum der Organisation einschränken. Das Mindset oder die Offenheit gegenüber unterschiedlichen Lösungsoptionen, beeinflusst auch erheblich, wie gross oder ein klein ein möglicher Lösungsraum für eine Problemstellung ist und wirkt sich somit erheblich auf Erfolg oder Misserfolg von Strategien aus. Aus diesem Grund ist das Mindset der Personen, die an einer Strategieentwicklung beteiligt sind entscheidend für deren Outcome.




Wichtige Einflussfaktoren für das Mindset

Mehrere Faktoren beeinflussen die Denkweise oder das Mindset einer Führungskraft:

  1. Persönliche Erfahrungen und Haltung: Vergangene Erfolge und Misserfolge prägen, wie Führungskräfte neue Herausforderungen angehen. Dazu gehört die Frage wie heute im aktuellen Kontext damit umgangen wird. Microsoft CEO Sataya Nadella sagt dazu ganz: “The lean-it-all does better than the know-it-all.”

  2. Organisationskultur: Eine Kultur, die Lernen und Experimentieren fördert, unterstützt eine Wachstumsmentalität. Darüber hinaus ist «psychologische Sicherheit» innerhalb der Organisation von entscheidender Bedeutung. Psychologische Sicherheit bezieht sich auf ein Umfeld, in dem sich Einzelpersonen sicher fühlen, Risiken einzugehen, ihre Meinungen zu äußern und Fehler zu machen, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen. Diese Sicherheit fördert offene Kommunikation, Zusammenarbeit und Innovation. Obwohl psychologische Sicherheit nur im Kollektiv funktioniert, ist sie die Summe der persönlichen Haltungen und Handlung vieler Individuen der Organisation. Diese Haltung baut auf Wertschätzung und Toleranz für andere Perspektiven, Professionen oder Interessen.

  3. Konfliktmanagement: Die Muster, wie eine Führungskraft mit Konflikten umgeht, können ihre Denkweise erheblich beeinflussen. Führungskräfte, die bereit sind, Konflikte auf direkte und faire Weise anzugehen und sie als wertvoll und beziehungserhaltend verstehen, können eine Kultur der Transparenz und Verantwortlichkeit fördern. Diejenigen, die es vorziehen, zu vermitteln und Kompromisse zu finden, können ein kollaboratives Umfeld schaffen, während Führungskräfte, die Konflikte vermeiden, möglicherweise mit ungelösten Problemen zu kämpfen haben, die den strategischen Fortschritt behindern können.

  4. Risikotoleranz und Unsicherheitsmanagement: Die Fähigkeit von Führungskräften, Risiken differenziert zu betrachten, zu einem gewissen Grad zu tolerieren und Unsicherheiten bewusst zu managen, ist entscheidend für die Strategieentwicklung. Strategie beinhaltet oft das Navigieren durch hohe Unsicherheits-, Mehrdeutigkeits- und Volatilitätsniveaus. Führungskräfte müssen Situationen analysieren und interpretieren, strategische Entscheidungen basierend auf dem treffen, was sie für den besten Weg nach vorne halten, und ein gewisses Maß an Unsicherheit und Risiko akzeptieren. Bei der Entwicklung neuer Strategien geht es häufig nicht darum den Erfolg zu maximieren, sondern das Risiko zu scheitern zu minimieren.


Wichtige Einflussfaktoren für das Mindset

Mehrere Faktoren beeinflussen die Denkweise oder das Mindset einer Führungskraft:

Persönliche Erfahrung und Haltung

Vergangene Erfolge und Misserfolge prägen, wie Führungskräfte neue Herausforderungen angehen. Dazu gehört die Frage wie heute im aktuellen Kontext damit umgangen wird. Microsoft CEO Sataya Nadella sagt dazu ganz: “The lean-it-all does better than the know-it-all.”

Organisationskultur

Eine Kultur, die Lernen und Experimentieren fördert, unterstützt eine Wachstumsmentalität. Darüber hinaus ist «psychologische Sicherheit» innerhalb der Organisation von entscheidender Bedeutung. Psychologische Sicherheit bezieht sich auf ein Umfeld, in dem sich Einzelpersonen sicher fühlen, Risiken einzugehen, ihre Meinungen zu äußern und Fehler zu machen, ohne negative Konsequenzen befürchten zu müssen. Diese Sicherheit fördert offene Kommunikation, Zusammenarbeit und Innovation. Obwohl psychologische Sicherheit nur im Kollektiv funktioniert, ist sie die Summe der persönlichen Haltungen und Handlung vieler Individuen der Organisation. Diese Haltung baut auf Wertschätzung und Toleranz für andere Perspektiven, Professionen oder Interessen.

Konfliktmanagement

Die Muster, wie eine Führungskraft mit Konflikten umgeht, können ihre Denkweise erheblich beeinflussen. Führungskräfte, die bereit sind, Konflikte auf direkte und faire Weise anzugehen und sie als wertvoll und beziehungserhaltend verstehen, können eine Kultur der Transparenz und Verantwortlichkeit fördern. Diejenigen, die es vorziehen, zu vermitteln und Kompromisse zu finden, können ein kollaboratives Umfeld schaffen, während Führungskräfte, die Konflikte vermeiden, möglicherweise mit ungelösten Problemen zu kämpfen haben, die den strategischen Fortschritt behindern können.

Risikotoleranz und Unsicherheitsmanagement

Die Fähigkeit von Führungskräften, Risiken differenziert zu betrachten, zu einem gewissen Grad zu tolerieren und Unsicherheiten bewusst zu managen, ist entscheidend für die Strategieentwicklung. Strategie beinhaltet oft das Navigieren durch hohe Unsicherheits-, Mehrdeutigkeits- und Volatilitätsniveaus. Führungskräfte müssen Situationen analysieren und interpretieren, strategische Entscheidungen basierend auf dem treffen, was sie für den besten Weg nach vorne halten, und ein gewisses Maß an Unsicherheit und Risiko akzeptieren. Bei der Entwicklung neuer Strategien geht es häufig nicht darum den Erfolg zu maximieren, sondern das Risiko zu scheitern zu minimieren.

Kollaborative Strategieentwicklung

In der heutigen komplexen Welt ist es selten, dass eine Führungskraft eine Strategie isoliert im stillen Kämmerchen entwickelt. Typischerweise ist es eine Teamarbeit, die den Vorstand, ein Managementteam oder ein Projektteam einbezieht. Dieser kollektive Ansatz bringt eine Vielzahl unterschiedlicher Denkweisen und Perspektiven auf den Tisch, was sowohl Vorteile als auch Herausforderungen mit sich bringt.


Vorteile

Vielfältige Perspektiven

Die kollaborative Strategieentwicklung nutzt die vielfältigen Erfahrungen und Sichtweisen der Teammitglieder, was zu umfassenderen und innovativeren Lösungen führt. Zur Entwicklung von neuen Strategien, werden oft zahlreiche Daten erhoben, analysiert und interpretiert mit dem Ziel eine fundierte und nachvollziehbare Strategie zu entwickeln. In der Praxis wird jedoch schnell klar, dass die involvierten Personen sehr unterschiedliche Perspektiven auf Daten, der Relevanz und Interpretation haben können. Aus diesen Unterschieden entsteht ein wertvoller Diskurs, der es den beteiligten Personen ermöglicht ein tiefgreifendes, gemeinsames Verständnis der strategisch relevanten Dimensionen zu erlangen – dies bedeutet jedoch nicht, dass alle einer Meinung sein müssen.

Erhöhte Akzeptanz

Wenn Teammitglieder in den Strategieentwicklungsprozess einbezogen werden, fühlen sie sich eher verantwortlich und engagiert für den Erfolg der Strategie und haben auch wie im vorherigen Absatz bereits beschrieben ein sehr viel tieferes Verständnis von Entscheidungshintergründen, welche Sie dann auch Dritten gegenüber so vertreten können.

Verbesserte Problemlösungskompetenz

Ein kollaborativer Ansatz fördert offenen Dialog und Brainstorming, was zu effektiverer Problemlösung und Entscheidungsfindung führen kann. Dies ist allein schon deshalb der Fall, weil durch die vielfältigen Perspektiven auch neue Lösungen sichtbar und denkbar wären, dies ist insbesondere bei komplexen Herausforderungen der Fall, wo mehrere verschiedene Fachexpertisen benötigt werden, um diese hinreichend beleuchten zu können.

Herausforderungen


Koordination und Ausrichtung

Sicherzustellen, dass alle Teammitglieder gemeinsam ausgerichtet sind und auf die gleichen Ziele hinarbeiten, kann besonders in größeren Teams herausfordernd sein und ist eine Daueraufgabe, die leichter fällt, wenn sie regelmässig geübt wird. Eine Fussballmannschaft wird auch nicht erst zum grossen Turnier zusammengewürfelt, sondern mit ausreichend Vorlauf um sich gemeinsam einspielen und austarieren zu können.

Konfliktmanagement

Unterschiedliche Perspektiven können zu Konflikten und Meinungsverschiedenheiten führen, die effektiv gemanagt werden müssen, um zu verhindern, dass sie den Strategieentwicklungsprozess entgleisen. Ich sage häufig «wenn es in Strategiearbeit nicht zu intensiven Diskussionen oder konstruktiven Konflikten kommt, ist die Gruppe nicht reif dafür». Das Ringen um die beste Lösung, das Verteidigen von Positionen, das Überwinden von Widerständen, z.B. beim Setzen von ambitionierten strategischen Zielen – wann ist eine Ambition zu tief, genau richtig oder zu hoch angesetzt? Zu tief angesetzt wird die Ambition möglicherweise zur «Low hanging Fruit», ist sie zu hoch angesetzt könnte sie überfordernd wirken und somit die Akzeptanz in der Organisation verlieren.

Entscheidungsverzögerungen

Kollaborative Prozesse können manchmal langsamer sein, da Konsens und die Einbeziehung mehrerer Interessengruppen erforderlich sind. Diese Balance ist stets schwierig, denn es geht zusätzlich zur Verzögerung auch häufig um die Ressourcen, welche die Organisation bereitstellen muss.

Das Mindset und digitale Transformation

Im Kontext der digitalen Transformation ist ein agiles Mindset besonders erfolgsrelevant. Diese Denkweise zeichnet sich durch Flexibilität, Anpassungsfähigkeit und eine Bereitschaft zur kontinuierlichen Verbesserung aus. Hier sind einige spezifische Aspekte, die im Umfeld der digitalen Transformation besonders wichtig sind:


Agilität und Flexibilität

In der digitalen Transformation sind schnelle Veränderungen und Innovationen an der Tagesordnung. Eine agile Denkweise ermöglicht es Teams, schnell auf Veränderungen zu reagieren und ihre Strategien entsprechend anzupassen.

Kollaboration und Teamarbeit

Die Entwicklung und Implementierung digitaler Lösungen erfordern oft die Zusammenarbeit verschiedener Experten und Teams. Eine kollaborative Denkweise fördert den Austausch von Ideen und die gemeinsame Problemlösung.

Lernbereitschaft und kontinuierliche Verbesserung

Eine Wachstumsmentalität, die auf kontinuierlichem Lernen und Verbesserung basiert, ist entscheidend, um in der schnelllebigen digitalen Welt erfolgreich zu sein.

Innovationsfreude

Eine Denkweise, die Innovation und Kreativität fördert, ist unerlässlich, um neue digitale Technologien und Lösungen zu entwickeln.

Potenzielle Auswirkungen des Mindsets auf die Strategieentwicklung

Die Denkweise von Führungskräften kann tiefgreifende Auswirkungen auf die Strategieentwicklung haben:

  1. Innovation und Kreativität: Führungskräfte mit einer Wachstumsmentalität sind eher bereit, innovative Ideen zu akzeptieren und kreatives Problemlösen zu fördern.

  2. Resilienz und Anpassungsfähigkeit: Eine positive Denkweise hilft Führungskräften, Unsicherheiten zu bewältigen und sich an veränderte Umstände anzupassen.

  3. Mitarbeiterengagement: Führungskräfte, die an das Potenzial ihrer Teammitglieder glauben, fördern eine motiviertere und engagiertere Belegschaft.


Herausforderungen bei der Mindset-Entwicklung

Die Entwicklung oder Veränderung von Denkweisen innerhalb des sozialen Systems eines Vorstands, Unternehmens oder einer Abteilung kann besonders herausfordernd sein.


Wir Menschen mögen meist keine Veränderung - ausser wir sehen sie als zwingend notwendig für uns an. Aktive Arbeit an Denkweisen in Gruppen kann auch als Manipulation gedeutet werden und so zu Widerstand führen. Dieser Widerstand kann aus Angst vor dem Unbekannten, dem Wunsch, den Status quo aufrechtzuerhalten, oder einem Mangel an Vertrauen in den Veränderungsprozess resultieren.

Die etablierte Organisationskultur spielt eine bedeutende Rolle bei der Prägung von Denkweisen im Kollektiv und sie können auch von Abteilung zu Abteilung oder zwischen einzelnen Teams stark variieren.

Das Ändern tief verwurzelter kultureller Normen und Werte erfordert eine konzertierte Anstrengung und kann ein langwieriger Prozess sein, der nur freiwillig und ohne Druck wirksam sein kann.

Machtkämpfe, Interessenkonflikte unter den Führungskräften oder auch grosser Druck können den Fortschritt behindern. Organisationen sind sehr komplexe Systeme, die miteinander aber auch mit ihren jeweiligen Umwelten in Wechselwirkung stehen. Das Ändern eines Aspekts des Systems, wie dem Mindset, kann Welleneffekte in der gesamten Organisation haben, was es schwierig macht, Ergebnisse vorherzusagen und zu managen.


Kontroverse Aspekte zur Bedeutung einer Wachstumsmentalität

Während die Vorteile einer Wachstumsmentalität weithin anerkannt sind, gibt es doch auch einige kontroverse Aspekte dazu:

  1. Überbetonung von Positivität: Kritiker argumentieren, dass ein übermäßiger Fokus auf Positivität dazu führen kann, potenzielle Risiken und Herausforderungen zu übersehen.  

  2. Kulturelle Unterschiede: Das Konzept der Denkweise ist nicht universell auf alle Kulturbereiche und organisationale Kontexte anwendbar.

  3. Umsetzungsherausforderungen: Der Wechsel von einer festen zu einer Wachstumsmentalität erfordert erhebliche Anstrengungen und kann auf Widerstand aufgrund fest verankerter Normen und Werte stoßen.


Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Denkweise von Führungskräften ein entscheidender Faktor für den strategischen Erfolg ist. Durch die Förderung einer Wachstumsmentalität können Organisationen ihre Fähigkeit zur Innovation, Anpassung und zum Gedeihen in einer sich ständig weiterentwickelnden Geschäftswelt verbessern. Es ist jedoch wichtig, Optimismus mit Realismus zu balancieren und die einzigartigen kulturellen und organisatorischen Kontexte zu berücksichtigen, in denen Strategien entwickelt werden.

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